Warum ein Chatbot im Museum nicht ideal ist

A person in a museum where all the objects what to ask them a question

„Sprich mit einem römischen Kaiser“ oder „Chatte mit einem Gemälde von Van Gogh“ – Schlagzeilen wie diese standen in den letzen Jahren  häufig exemplarisch dafür, wie Museen auf die neueste „State-of-the-Art“-Technologie setzen. Sich zweifelsfrei futuristisch positionierend, geht im „Innovationseifer“ vieler Institutionen jedoch häufig unter, inwiefern solche Ansätze überhaupt den Bedürfnissen und Herausforderungen  von Besucher:innen entsprechen. 

Wir bei Nuseum glauben, dass Technologie niemals zum Selbstzweck eingesetzt werden sollte. Der Fokus muss auf dem Erlebnis des Besuchers liegen. Damit ein Museumsbesuch gelingt, müssen Barrieren und Reibungspunkte so weit wie möglich eliminiert werden. Hier erfahren Sie, warum die reine Chat-Schnittstelle neue Barrieren schafft und warum wir einen anderen Weg gehen.

The Novelty Trap: Warum „Frag mich alles“ nach dem fünften Objekt scheitert

Die Einladung „Ask me anything!“ macht bei den ersten ein oder zwei Exponaten noch Spaß. Es fühlt sich neu an, eine Antwort von einer KI zu erhalten. Doch während man sich durch einen ganzen Museumsflügel bewegt, wird dieses Interface zu einer erheblichen Barriere.

  1. Der Aufwand-Faktor: Es ist anstrengend, ständig Fragen auf einem kleinen Bildschirm formulieren, tippen und korrigieren zu müssen. Was als Spaß beginnt, fühlt sich nach zehn Objekten wie Arbeit an.

  2. Die „unbekannten Unbekannten“: Um eine gute Frage zu stellen, benötigt man oft ein gewisses Basiswissen. Wenn man den politischen Kontext eines Renaissance-Porträts nicht kennt, weiß man gar nicht, was man fragen soll. Die Forschung zur Cognitive Load Theory zeigt, dass es zu schneller mentaler Erschöpfung führt, wenn man der Besucher:in die gesamte „Denkarbeit“ überlässt.

Sobald man den dritten Raum erreicht, ist der Chatbot kein Assistent mehr – er ist ein Hindernis zwischen dem Besucher und der Kunst.

Die Grenzen des „alten Weges“

Herkömmliche Audioguides sind jedoch auch keine Lösung. Sie nehmen dem Besucher zwar die Arbeit des Chatbots ab, indem sie eine Erzählung liefern, haben aber ihre eigenen Barrieren:

  • Statisch & Passiv: Jeder hört das gleiche Skript. Es gibt keine Möglichkeit, tiefer einzutauchen, wenn einen ein Detail besonders fasziniert.

  • Die Fachsprachen-Barriere: Oft wird eine akademische Sprache verwendet, die ausschließend wirkt.

Wie in The Rise of Chatbots in Museums untersucht, sucht die Branche nach einem Weg, KI als Brücke zu nutzen, ohne den Besucher zu erschöpfen.

Barrieren abbauen, um Neugier zu entfachen

Bei Nuseum.ai fügen wir nicht einfach nur Technik hinzu; wir nutzen sie, um die Reibungspunkte zu beseitigen, die Menschen davon abhalten, eine Verbindung zur Geschichte aufzubauen.

1. Sprache: Die erste Barriere

Wir sind überzeugt: Jede Sprache außer der Muttersprache ist eine Barriere. Eine tiefe emotionale Verbindung zu einem Objekt ist schwer herstellbar, wenn man im Kopf mit der Übersetzung beschäftigt ist. Wir bieten Unterstützung in über 20 Sprachen und nutzen KI, um eine klare und einfache Sprache zu gewährleisten. Wir entfernen die Barriere des Fachjargons, damit die Geschichte im Mittelpunkt steht.

2. Erst die Erzählung, dann die Fragen

Ein Museumsbesuch sollte sich wie eine Geschichte anfühlen, nicht wie ein Interview. Nuseum bietet einen klaren roten Faden. Wie ein professioneller Guide bereiten wir die Bühne und liefern den Kontext. Wir beseitigen die Barriere unklarer Navigation, indem wir den Besucher:innen einen Pfad bieten – so wird Neugier natürlich entfacht, statt sie mühsam einzufordern.

3. „Entdeckungsebenen“ durch Unterkapitel

Menschen behalten Informationen besser, wenn sie diese basierend auf ihren eigenen Interessen selbst wählen. Statt eines starren Skripts nutzen wir Entdeckungsebenen. Diese optionalen Unterkapitel ermöglichen es, „einen Kaninchenbau hinabzusteigen“ – und zwar genau dann, wenn man es möchte. Man erhält die Tiefe einer KI, ohne die Anstrengung des Tippens.

4. Optionale Interaktion: Ihr digitale Expert:in

Wir haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen, nicht abgeschafft – wir haben sie zu einer Superkraft gemacht, statt zu einer Voraussetzung. Unser Tool für offene Fragen ist da, um Missverständnisse zu klären oder speziellen Nischeninteressen nachzugehen. Es ist eine wertvolle Ressource, die immer verfügbar ist, wenn sie gewünscht wird, aber niemals zur Pflicht wird. So verwandelt sich die KI von einem fordernden Chatbot in einer hilfreichen Expert:in in Ihrer Tasche.

Das Fazit

Das Ziel von Museumstechnologie sollte es sein, im Hintergrund zu verschwinden. Das beste Erlebnis ist jenes, bei dem die Besucher:in vergisst, dass er oder sie ein Werkzeug benutzt, und einfach eine direkte, emotionale Verbindung zur Kunst spürt.

Indem wir uns von „Chat-only“-Fallen distanzieren und uns auf erzählerisches, vielschichtiges Storytelling konzentrieren, geben wir den Besucher:innen nicht nur mehr Informationen – wir vereinen das „beste beider Welten“ in einem Besuchserlebnis.

Share the Post:

Related Posts